Betriebsrat der Ball Packaging Recklinghausen GmbH
Betriebsrat der Ball Packaging Recklinghausen GmbH 

Verhandlungen mit dem Management Ball Recklinghausen

 

Aushang 8          08. Juni 2017

 

Verhandlungsrunde mit dem Management vom 07.06.2017

 

Am heutigen Tag ging es in die nächste Runde. Wir wollten als erstes erfahren was die Reise von Dino Schmidt und Harald Dreyer nach England ergeben hat. Sie sollten in der Europazentrale erfragen ob die Möglichkeit besteht die Produktion eventuell bis zum 31.012.2017 aufrecht zu erhalten.

Trotz wiederholte Nachfrage wurde darauf nicht eingegangen. Die Gegenseite ließ sich nicht von Ihrem geplanten Konzept, 31.07.2017 Einstellung der Produktion, abbringen.

Wir stellten mit Nachdruck nochmals die Frage zu dem Ergebnis in Louton. Die Antwort: so wie es vorab kommuniziert wurde. Der 31.07.2017 steht unverrückbar fest zur Beendigung der Produktion.

Die Arbeitgeberseite zeigte uns dann auf der Wand ihren Entwurf für einen Interessenausgleich und Sozialplan.

Daraufhin beantragten wir erst mal eine Pause um uns zu beraten. Denn das was uns als Interessenausgleich und Sozialplan angeboten wurde war völlig inakzeptabel.

 

Nach den Vorstellungen des Managements sollten z.B.  die Kündigungsfrist und auch ein bestimmter Teil aus der Abfindung in die Auffanggesellschaft mit einfließen, was bedeuten würde, das wir die TG zum größten Teil mit finanzieren würden. Allein dieser Punkt trieb uns die Zornesröte in Gesicht, denn dadurch wäre die Auffang-gesellschaft völlig überfinanziert und der Konzern würde daraus noch Gewinn machen.

Aus diesem Grund machten wir kurzfristig ein Gegen-angebot welches unseren Vorstellungen entsprach und stellten es der Arbeitgeberseite vor, worauf dieses sich zurück zog und ihrerseits Berechnungen anstellte.

Beim erneuten Treffen hatte sich deren Angebot zwar verbessert, war aber noch immer weit entfernt von unseren Vorstellungen.

Zu weiteren Verhandlungen werden wir uns am 14.06.2017 treffen. Vorab trifft sich unser Verhandlungsteam am 13.06.2017 um unsere Vorstellungen zum Interessenausgleich und Sozialplan zu differenzieren.

 

 

Resulution der Stadt Recklinghausen

16.05.2017

Am 16.05.2017 übergaben Bürgermeister Christoph Tesche und Christa Krajka in der Europäischen Hauptverwaltung der Ball Packaging Europe unsere Protestunterschriften und die Ratsresolution an Colin Gilles und Jim Stevens.

Es waren insgesamt 16.636 Unterschriften, davon 2.302 über unsere Online-Petition.

 

Resolution zur geplanten Schließung der Ball Beverage Packaging Recklinghausen GmbH
Rathaus
 


Hintergrund ist die Bekanntgabe des Unternehmens, den Standort in Recklinghausen zu schließen. Damit sind die Arbeitsplätze von 360 Mitarbeitern in Gefahr. Die Dosenfabrik will zukünftig im Ausland produzieren.



Hier die Resolution im Wortlaut:

Beschluss:

1. Am Freitag, 3. März, haben wir, die Ratsmitglieder der Stadt Recklinghausen, erfahren müssen, dass das U.S.-amerikanische Unternehmen Ball Corporation das Dosenwerk an der Hellbachstraße in Recklinghausen Ende Juli 2017 zu schließen beabsichtigt.

Nachdem es in den vergangenen Jahren, aufgrund der Politik des bisherigen Eigentümers REXAM, nur wenig Kontakt zwischen Stadtverwaltung, Politik und dem Recklinghäuser Dosen- und Deckelwerk gegeben hatte, haben wir nach der Übernahme durch die Ball Beverage Packaging Recklinghausen GmbH im Jahr 2016 zusammen mit der Stadtverwaltung einer positiven Entwicklung mit einer offeneren Strategie, neuen Kooperationen und intensiveren Kontakten entgegen geblickt.

Noch im Januar fand ein Firmenbesuch des Recklinghäuser Bürgermeisters Christoph Tesche zusammen mit Vertretern dieses Rates und der Verwaltung statt. Bei diesem Firmenbesuch wurde durch die Recklinghäuser Geschäftsführung sehr anschaulich und umfassend vermittelt, dass die wirtschaftliche Situation des Werkes in Recklinghausen auf „gesunden Füßen“ steht.

Umso überraschender und bestürzender war die Nachricht der Schließung des Werkes zu Ende Juli dieses Jahres.

Seit dem Bekanntwerden der Schließung gab es vielfältigen Austausch zwischen dem Unternehmen und der Verwaltung. Unter anderem gab es am Montag, 6. März, ein Gespräch mit Vertretern der Unternehmensleitung und dem gesamten Betriebsrat bei Bürgermeister Christoph Tesche. Sowohl der Bürgermeister als auch Stadtspitze, Stadtverwaltung, Rat und Politik der Stadt Recklinghausen unterstützen die Unterschriftenaktion der Belegschaft.

Die Unternehmensleitung selbst wies in einem der Gespräche voller Stolz darauf hin, dass die Mitarbeiterbindung im Betrieb mit nahezu 27 Jahren überdurchschnittlich hoch ist und zeigt, wie treu die Belegschaft zum Standort Recklinghausen, aber insbesondere auch zu den in der Firmengeschichte mehrfach wechselnden Eigentümern gestanden hat und steht.

Mit der beabsichtigten Schließung des Werkes wird die Treue dieser 360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Füßen getreten. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird von heute auf morgen die Lebensgrundlage entzogen.

Insgesamt drängt sich der Eindruck auf, dass ein profitables und sich in der Gewinnzone befindendes Dosenwerk übergeordneten, internationalen, unternehmerischen Interessen geopfert werden soll. In der zunehmenden Internationalisierung scheinen unternehmerische Grundtugenden wie soziale Kompetenz, soziales Gewissen und soziale Verantwortung gegenüber einer Belegschaft einer scheinbar rücksichtlosen Profitgier gewichen zu sein.

Wir können unternehmerische Entscheidungen eines Betriebes nicht beeinflussen oder rückgängig machen. Wir möchten dem Unternehmen gegenüber aber zum Ausdruck bringen, dass wir für diese unternehmerische Entscheidung kein Verständnis aufbringen können und entschieden gegen die Schließung protestieren. Wir erklären uns mit den Beschäftigten der Ball Beverage Packaging Recklinghausen GmbH solidarisch und fordern den Vorstand der Ball Corporation in den U.S.A. auf, seine Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wahrzunehmen und die Schließungspläne für das Werk in Recklinghausen zurückzunehmen.

Sie können sich bei der Fortführung des Dosenwerks in Recklinghausen der erforderlichen und leistbaren Unterstützung von Rat und Verwaltung sicher sein!

2.  Die Resolution soll den Entscheidungsträgern wenn möglich persönlich 
     übergeben werden.

 

04.04.2017
 

 

 

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Betriebsrat der Ball Packaging Recklinghausen GmbH © Manfred Stuchlik